Kaufnebenkosten

Kaufnebenkosten 2026: Grunderwerbsteuer nach Bundesland, Notar und Makler

Foto: Jakub Zerdzicki / Pexels (bearbeitet)

Zum Kaufpreis einer Immobilie kommen Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten und oft eine Maklerprovision. Je nach Bundesland macht das einen Unterschied von mehreren Tausend Euro. Hier finden Sie alle 16 Steuersätze mit Stand Oktober 2026, die übrigen Kostenblöcke, ein Rechenbeispiel mit offen genannten Annahmen und einen kleinen Rechner.

  • Stand: Oktober 2026
  • Lesezeit: ca. 11 Minuten
  • 13 Quellen
Inhalt (14 Abschnitte)
  1. 1.Was zu den Kaufnebenkosten gehört
  2. 2.Grunderwerbsteuer 2026 in allen 16 Bundesländern
  3. 3.Wovon die Grunderwerbsteuer berechnet wird
  4. 4.Fälligkeit und Befreiungen
  5. 5.Notar- und Grundbuchkosten
  6. 6.Mit welchem Anteil Sie für Notar und Grundbuch planen können
  7. 7.Maklerprovision: Was Käufer zahlen müssen
  8. 8.Rechenbeispiel: dieselbe Wohnung in drei Ländern
  9. 9.Kaufnebenkosten-Rechner
  10. 10.Nebenkosten finanzieren oder aus Eigenkapital zahlen?
  11. 11.Wie Nebenkosten steuerlich behandelt werden
  12. 12.Wo sich wirklich sparen lässt – und wo nicht
  13. 13.Häufige Fragen
  14. 14.Quellen und Vertiefung

Was zu den Kaufnebenkosten gehört

Kaufnebenkosten sind alle Kosten, die beim Erwerb zusätzlich zum Kaufpreis anfallen. Drei Blöcke gibt es praktisch immer oder häufig: die Grunderwerbsteuer, die Kosten für Notar und Grundbuchamt sowie – wenn ein Makler beteiligt ist – die Maklerprovision. Hinzu kommen je nach Fall Kosten für ein Wertgutachten, eine Bauzustandsprüfung oder die Bereitstellung des Darlehens.

Für die Planung sind die Nebenkosten aus zwei Gründen wichtig. Erstens erhöhen sie den Kapitalbedarf und damit entweder das Eigenkapital oder den Kredit. Zweitens fließen sie in jede Renditerechnung ein: Wer die Mietrendite nur auf den Kaufpreis bezieht, rechnet sich das Objekt schöner, als es ist. Der Ablauf, in dem diese Kosten anfallen, ist im Ratgeber zur ersten Kapitalanlage-Immobilie beschrieben.

Grunderwerbsteuer
3,5–6,5 %
je nach Bundesland
Notar und Grundbuch
≈ 1,5–2 %
Faustwert, kein gesetzlicher Satz
Ihr Anteil an der Maklerprovision
max. 50 %
Wohnung/Einfamilienhaus, Verkäufer beauftragt
Zahlungsfrist Grunderwerbsteuer
1 Monat
nach Bekanntgabe des Bescheids

Grunderwerbsteuer 2026 in allen 16 Bundesländern

Seit 2006 dürfen die Länder den Steuersatz der Grunderwerbsteuer selbst festlegen (Art. 105 Abs. 2a Satz 2 GG). Wo ein Land keinen eigenen Satz bestimmt, gilt der Bundessatz von 3,5 % nach § 11 Abs. 1 GrEStG; das ist derzeit nur in Bayern der Fall. Die Steuer wird auf volle Euro abgerundet (§ 11 Abs. 2 GrEStG).

Die jüngsten Änderungen: Bremen hat den Satz zum 1. Juli 2025 von 5,0 auf 5,5 % angehoben, Thüringen hat ihn zum 1. Januar 2024 von 6,5 auf 5,0 % gesenkt, Hamburg und Sachsen haben zum 1. Januar 2023 auf 5,5 % erhöht. Maßgeblich ist grundsätzlich der Zeitpunkt, an dem der Kaufvertrag wirksam wird – nicht der Tag der Eigentumsumschreibung. Die Sätze in der Tabelle haben wir am 3. Oktober 2026 geprüft.

Grafik
Grunderwerbsteuer nach Bundesland, Stand Oktober 2026
  • Brandenburg6,5 %
  • Nordrhein-Westfalen6,5 %
  • Saarland6,5 %
  • Schleswig-Holstein *6,5 %
  • Berlin6,0 %
  • Hessen6,0 %
  • Mecklenburg-Vorpommern6,0 %
  • Bremen5,5 %
  • Hamburg5,5 %
  • Sachsen5,5 %
  • Baden-Württemberg5,0 %
  • Niedersachsen5,0 %
  • Rheinland-Pfalz5,0 %
  • Sachsen-Anhalt *5,0 %
  • Thüringen5,0 %
  • Bayern3,5 %
Sortiert nach Steuersatz. Dunkel markiert: der Höchstsatz von 6,5 %. Belege je Land in der Tabelle darunter; * Satz mit Fachquelle statt amtlicher Seite belegt.
Grunderwerbsteuersätze der Länder, Stand Oktober 2026
BundeslandSteuersatzgilt seitBeleg
Baden-Württemberg5,0 %05.11.2011Finanzämter Baden-Württemberg
Bayern3,5 %1997 (Bundessatz)Bayerisches Landesamt für Steuern
Berlin6,0 %01.01.2014Senatsverwaltung für Finanzen Berlin
Brandenburg6,5 %01.07.2015Finanzämter Brandenburg
Bremen5,5 %01.07.2025Serviceportal Bremen
Hamburg5,5 %01.01.2023hamburg.de Behördenfinder
Hessen6,0 %01.08.2014Verwaltungsportal Hessen
Mecklenburg-Vorpommern6,0 %01.07.2019Steuerportal Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen5,0 %01.01.2014Landesamt für Steuern Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen6,5 %01.01.2015Finanzverwaltung NRW
Rheinland-Pfalz5,0 %01.03.2012Finanzministerium Rheinland-Pfalz
Saarland6,5 %01.01.2015Leistungsbeschreibung Saarland (FIM-Portal)
Sachsen5,5 %01.01.2023REVOSax: Sächsisches Grunderwerbsteuersatzgesetz
Sachsen-Anhalt5,0 %01.03.2012Haufe (Sekundärquelle) *
Schleswig-Holstein6,5 %01.01.2014Haufe (Sekundärquelle) *
Thüringen5,0 %01.01.2024Thüringer GVBl. Nr. 12/2023
* Für Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein war bei unserer Prüfung am 3. Oktober 2026 keine amtliche Seite abrufbar; der Satz ist mit einer Fachquelle belegt. Die Daten in der Spalte „gilt seit“ beziehen sich auf die letzte Satzänderung des jeweiligen Landes.

Wovon die Grunderwerbsteuer berechnet wird

Bemessungsgrundlage ist der Wert der Gegenleistung (§ 8 Abs. 1 GrEStG), beim Kauf also in erster Linie der Kaufpreis einschließlich vom Käufer übernommener sonstiger Leistungen (§ 9 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG). Mitverkaufte bewegliche Gegenstände wie Möbel oder eine nicht fest eingebaute Küche gehören nicht zum Grundstück. Weist der Vertrag dafür einen realistischen, gesondert vereinbarten Betrag aus, wird die Grunderwerbsteuer nur auf den Rest berechnet. Überhöhte Inventarwerte kann das Finanzamt beanstanden.

Beim Kauf einer Eigentumswohnung mindert der Anteil an der Erhaltungsrücklage der Gemeinschaft die Bemessungsgrundlage nicht. Das hat der Bundesfinanzhof entschieden (Urteil vom 16.09.2020, II R 49/17). Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Steuern gilt das für Notarverträge nach dem 20. Mai 2021. Was eine Wohnung sonst ausmacht – Teilungserklärung, Protokolle, Rücklage –, beschreibt der Ratgeber Eigentumswohnung als Kapitalanlage.

Wer ein Grundstück und den Bau des Hauses vom selben Anbieter oder in einem abgestimmten Vertragsgeflecht erwirbt, zahlt die Steuer unter Umständen auch auf die Baukosten (sogenanntes einheitliches Vertragswerk). Das betrifft vor allem Neubau-Angebote von Bauträgern und sollte vor der Unterschrift geprüft werden.

Fälligkeit und Befreiungen

Das Notariat zeigt den Kauf dem Finanzamt an, das daraufhin einen Steuerbescheid schickt. Die Steuer wird einen Monat nach Bekanntgabe des Bescheids fällig (§ 15 GrEStG). Erst wenn sie bezahlt ist, stellt das Finanzamt die Unbedenklichkeitsbescheinigung aus, ohne die das Grundbuchamt den neuen Eigentümer nicht eintragen soll (§ 22 GrEStG). Gesetzlich schulden Käufer und Verkäufer die Steuer gemeinsam; im Kaufvertrag übernimmt sie üblicherweise der Käufer.

§ 3 GrEStG nennt Ausnahmen, unter anderem Erwerbe mit einer Gegenleistung bis 2.500 Euro, Schenkungen und Erbschaften sowie Käufe zwischen Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartnern und zwischen Verwandten in gerader Linie, etwa von den Eltern. Für den typischen Kauf einer vermieteten Wohnung vom Fremden greift keine Befreiung.

Ablauf
Vom Notartermin bis zum Grundbucheintrag
  1. Schritt 1: Beurkundung des Kaufvertrags
    beim Notariat; Vormerkung im Grundbuch wird beantragt
  2. Schritt 2: Anzeige an das Finanzamt
    durch das Notariat (§ 18 GrEStG)
  3. Schritt 3: Steuerbescheid
    das Finanzamt setzt die Grunderwerbsteuer fest
  4. Schritt 4: Zahlung
    fällig einen Monat nach Bekanntgabe des Bescheids (§ 15 GrEStG)
  5. Schritt 5: Unbedenklichkeitsbescheinigung
    erst nach Zahlung (§ 22 GrEStG)
  6. Schritt 6: Eigentumsumschreibung
    das Grundbuchamt trägt Sie als Eigentümer ein
Vereinfachter Ablauf. Das Finanzamt kann eine längere Zahlungsfrist setzen (§ 15 Satz 2 GrEStG).

Notar- und Grundbuchkosten

Ein Grundstückskaufvertrag muss notariell beurkundet werden. Die Notargebühren und die Gebühren des Grundbuchamts sind im Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) festgelegt und richten sich nach dem Geschäftswert, im Regelfall dem Kaufpreis. Rabatte sind nicht zulässig; Unterschiede zwischen Notariaten entstehen höchstens durch den Umfang der Tätigkeiten und die Auslagen.

  • Notar: Entwurf und Beurkundung des Kaufvertrags, Vollzug (zum Beispiel Einholen von Genehmigungen und Löschungsunterlagen) und Betreuung (etwa Fälligkeitsmitteilung)
  • Grundbuchamt: Eintragung der Auflassungsvormerkung, Umschreibung des Eigentums und Löschung der Vormerkung
  • Bei Finanzierung zusätzlich: Beurkundung und Eintragung der Grundschuld für die Bank

Mit welchem Anteil Sie für Notar und Grundbuch planen können

In Ratgebern und Bankunterlagen werden für Notar und Grundbuch zusammen häufig etwa 1,5 bis 2 % des Kaufpreises genannt. Das ist ein Erfahrungswert, kein gesetzlicher Satz: Weil die Gebührentabelle degressiv ist, fällt der Anteil bei höheren Preisen eher geringer aus, eine hohe Grundschuld erhöht ihn. In unserem Rechenbeispiel und im Rechner ist 1,5 % deshalb ausdrücklich als Annahme gekennzeichnet.

Maklerprovision: Was Käufer zahlen müssen

Die Höhe der Maklerprovision ist gesetzlich nicht festgelegt. Für den Kauf einer Wohnung oder eines Einfamilienhauses durch Verbraucher gelten aber seit Dezember 2020 Regeln zur Teilung: Beauftragen Käufer und Verkäufer denselben Makler, darf er von beiden nur gleich hohe Provisionen verlangen (§ 656c BGB). Hat nur der Verkäufer den Makler beauftragt, darf der Käufer höchstens zur Hälfte verpflichtet werden – und erst zahlen müssen, wenn der Verkäufer seinen Anteil nachweislich gezahlt hat (§ 656d BGB). Der Maklervertrag braucht Textform (§ 656a BGB).

Rechenbeispiel: dieselbe Wohnung in drei Ländern

Annahmen: Kaufpreis 300.000 Euro, kein gesondert ausgewiesenes Inventar, Notar und Grundbuch pauschal 1,5 % (4.500 Euro) und eine Käuferprovision von 3,57 % inklusive Umsatzsteuer (10.710 Euro). Die Provision ist eine Beispielannahme; der tatsächliche Satz hängt vom Maklervertrag ab.

  • Bayern (3,5 %): Grunderwerbsteuer 10.500 Euro, Nebenkosten insgesamt 25.710 Euro oder 8,57 % des Kaufpreises
  • Hamburg, Bremen oder Sachsen (5,5 %): Grunderwerbsteuer 16.500 Euro, insgesamt 31.710 Euro oder 10,57 %
  • Nordrhein-Westfalen (6,5 %): Grunderwerbsteuer 19.500 Euro, insgesamt 34.710 Euro oder 11,57 %
  • Ohne Makler sinken die Nebenkosten im Beispiel auf 15.000 Euro (5,0 %) in Bayern und 24.000 Euro (8,0 %) in Nordrhein-Westfalen
Rechenbeispiel
Kaufnebenkosten bei 300.000 Euro Kaufpreis
  • Bayern (3,5 %)25.710 € · 8,57 %

    Grunderwerbsteuer 10.500 € · Notar/Grundbuch 4.500 € · Makler 10.710 €

  • Hamburg, Bremen, Sachsen (5,5 %)31.710 € · 10,57 %

    Grunderwerbsteuer 16.500 € · Notar/Grundbuch 4.500 € · Makler 10.710 €

  • Nordrhein-Westfalen (6,5 %)34.710 € · 11,57 %

    Grunderwerbsteuer 19.500 € · Notar/Grundbuch 4.500 € · Makler 10.710 €

Annahmen wie im Text: Notar und Grundbuch 1,5 %, Käuferprovision 3,57 % inklusive Umsatzsteuer. Die Unterschiede entstehen allein durch den Grunderwerbsteuersatz.

Kaufnebenkosten-Rechner

Wählen Sie das Bundesland und tragen Sie Kaufpreis, eventuelles Inventar und Ihre Annahmen für Notar, Grundbuch und Makler ein. Der Rechner nutzt die Steuersätze aus der Tabelle oben und rundet die Grunderwerbsteuer auf volle Euro ab. Das Ergebnis ist eine Schätzung, keine verbindliche Kostenaufstellung.

Ergebnis der Beispielrechnung
Grunderwerbsteuer (6,5 %)
19.500 €
Notar und Grundbuch (Annahme)
4.500 €
Maklerprovision
0 €
Kaufnebenkosten gesamt
24.000 €
8,0 % des Kaufpreises · Gesamtaufwand 324.000 €
Vereinfachte Schätzung. Notar- und Grundbuchkosten richten sich nach dem GNotKG und hängen unter anderem von einer Grundschuld ab. Nicht enthalten: Finanzierungs-, Gutachter- und Umzugskosten sowie Sonderfälle wie Befreiungen nach § 3 GrEStG.

Nebenkosten finanzieren oder aus Eigenkapital zahlen?

Viele Banken erwarten, dass mindestens die Nebenkosten aus eigenen Mitteln bezahlt werden, weil sie keinen Gegenwert in der Immobilie haben, der bei einem Verkauf wieder erlöst würde. Finanzierungen über 100 % des Kaufpreises sind möglich, kosten aber meist einen Zinsaufschlag und erhöhen das Risiko, bei sinkenden Preisen mehr Schulden als Immobilienwert zu haben. Die Folgen rechnet der Ratgeber Kapitalanlage ohne Eigenkapital durch; wie Banken Angebote kalkulieren, steht unter Immobilienfinanzierung.

Kleine Hausmodelle und ein Schlüsselbund auf einem dunklen Schreibtisch
Nebenkosten stecken nicht im Wert der Immobilie: Bei einem Verkauf bekommen Sie Grunderwerbsteuer, Notar und Makler nicht zurück.Foto: Jakub Zerdzicki / Pexels

Wie Nebenkosten steuerlich behandelt werden

Bei einer vermieteten Immobilie gehören Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten für den Eigentumserwerb und eine Maklerprovision zu den Anschaffungskosten. Sie werden im Verhältnis von Gebäude zu Grund und Boden aufgeteilt. Der Gebäudeanteil wird zusammen mit dem Kaufpreisanteil über die Nutzungsdauer abgeschrieben; der Bodenanteil ist nicht abschreibbar. Wie das konkret funktioniert, zeigt der Ratgeber AfA berechnen.

Anders sind Kosten zu behandeln, die mit dem Darlehen zusammenhängen, etwa für Beurkundung und Eintragung der Grundschuld: Sie sind Finanzierungskosten und können bei vermieteten Objekten grundsätzlich im Jahr der Zahlung als Werbungskosten angesetzt werden. Einen Überblick über weitere Werbungskosten bietet der Ratgeber Steuern und AfA.

Wo sich wirklich sparen lässt – und wo nicht

  • Grunderwerbsteuer und Notar- und Grundbuchgebühren sind gesetzlich festgelegt; Spielraum besteht nur über die Bemessungsgrundlage, etwa durch realistisch ausgewiesenes Inventar.
  • Die Maklerprovision ist verhandelbar, und manche Objekte werden ohne Makler angeboten.
  • Ein günstigeres Bundesland ist kein Argument für sich: Lage, Miete und Objektzustand wiegen über die Haltedauer schwerer als einige Prozentpunkte Steuer.

Häufige Fragen

Wie hoch sind die Kaufnebenkosten 2026 insgesamt?+

Das hängt vom Bundesland und davon ab, ob ein Makler beteiligt ist. Mit einer Grunderwerbsteuer von 3,5 bis 6,5 %, angenommenen 1,5 % für Notar und Grundbuch und einer Käuferprovision von 3,57 % ergeben sich etwa 8,6 bis 11,6 % des Kaufpreises. Ohne Makler sind es im selben Beispiel 5 bis 8 %.

In welchem Bundesland ist die Grunderwerbsteuer am niedrigsten?+

In Bayern mit 3,5 %, dem Bundessatz nach § 11 GrEStG. Am höchsten ist sie mit 6,5 % in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, dem Saarland und Schleswig-Holstein. Stand der Angaben ist Oktober 2026.

Muss ich auf die Erhaltungsrücklage einer Eigentumswohnung Grunderwerbsteuer zahlen?+

Ja. Nach dem Urteil des Bundesfinanzhofs vom 16.09.2020 (II R 49/17) wird der vereinbarte Kaufpreis nicht um die anteilige Erhaltungsrücklage gemindert. Gesondert vereinbartes, realistisch bewertetes bewegliches Inventar zählt dagegen nicht zur Bemessungsgrundlage.

Wann muss die Grunderwerbsteuer bezahlt werden?+

Einen Monat nach Bekanntgabe des Steuerbescheids (§ 15 GrEStG). Erst nach der Zahlung erteilt das Finanzamt die Unbedenklichkeitsbescheinigung, die für die Eintragung des neuen Eigentümers im Grundbuch nötig ist.

Kann ich Kaufnebenkosten bei einer vermieteten Wohnung von der Steuer absetzen?+

Nicht sofort. Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten für den Erwerb und die Maklerprovision erhöhen die Anschaffungskosten. Der auf das Gebäude entfallende Teil wird über die AfA abgeschrieben, der Bodenanteil gar nicht. Kosten für die Grundschuld sind dagegen Finanzierungskosten und in der Regel sofort als Werbungskosten abziehbar.

Muss ich als Käufer die volle Maklerprovision zahlen?+

Beim Kauf einer Wohnung oder eines Einfamilienhauses als Verbraucher nicht, wenn der Verkäufer den Makler beauftragt hat: Dann dürfen Sie höchstens zur Hälfte verpflichtet werden (§ 656d BGB). Bei Mehrfamilienhäusern und Gewerbeobjekten gilt diese Regel nicht; dort ist die Verteilung frei verhandelbar.

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Quellen und Vertiefung

Für die fachliche Einordnung wurden insbesondere folgende Primär- und Verbraucherquellen berücksichtigt:

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