Westend
7.450 €/m²Bj. 1950–1977
Teuerste Lage der Stadt zwischen Bankenviertel, Universität und Palmengarten. Selbst Nachkriegsbauten kosten hier mehr als Neubau in vielen anderen Städten. Hier geht es um Werterhalt, kaum um Rendite.
Frankfurt wächst wie keine andere Stadt in Hessen, und die Mieten steigen mit. Gleichzeitig kosten Bestandswohnungen deutlich mehr als im Umland, und die Mietpreisbremse begrenzt die Miete bei jeder neuen Vermietung. Hier finden Sie die amtlichen Preise je Stadtteil, die Logik des neuen Mietspiegels und eine Beispielrechnung ohne Schönfärberei.

Amtliche Werte von Gutachterausschuss, Statistikamt und Stadt. Die Ziffer verweist auf die Quelle am Ende der Seite.
Frankfurt hat 2025 um 4.635 Einwohner zugelegt und lag Ende des Jahres bei 760.656. Laut IHK Frankfurt arbeiteten Mitte 2025 genau 651.125 Menschen sozialversicherungspflichtig in der Stadt, 424.678 davon pendelten ein, also rund 65 %. Viele von ihnen würden gern näher am Arbeitsplatz wohnen. Allein Finanz- und Versicherungsdienstleister beschäftigen 89.366 Menschen in Frankfurt. Rund 280 Kreditinstitute und Banken haben hier ihren Sitz. Zusammen mit Messe und Flughafen prägt das die Nachfrage nach kleinen, gut angebundenen Wohnungen.
Der Gutachterausschuss zählte 2025 rund 10 % mehr Kaufverträge als im Vorjahr. Am stärksten gehandelt werden Wohnungen der Baujahre 1950 bis 1977: 670 Weiterverkäufe zu im Schnitt 4.410 €/m² bei durchschnittlich 63 m². Altbauten bis 1918 kosten 6.110 €/m², jüngerer Bestand ab 1991 6.150 €/m². Neubauwohnungen lagen 2025 bei 7.820 €/m². Bei 183 Erstverkäufen ist der Neubaumarkt allerdings so klein wie seit Jahren kaum.
Der Mietspiegel 2026 funktioniert anders als in Wiesbaden oder Mainz. Er beginnt mit einer Basis-Netto-Miete, die nur von der Wohnungsgröße abhängt, für 60 m² sind das 9,44 €/m². Dazu kommen Zuschläge für die Wohnlage (Kategorie 1 bis 10, bis +5,32 €/m²) und für Merkmale wie Küche, Balkon, Aufzug oder Wärmeschutzverglasung. Das Mittel aller erhobenen Mieten liegt bei 12,28 €/m². Für eine Kalkulation brauchen Sie deshalb die Adresse, eine Pauschale für die ganze Stadt reicht nicht. Die Stadt bietet dafür einen Online-Rechner an.
Eine typische Bestandswohnung in einem gefragten, aber nicht zentralen Stadtteil. Der Kaufpreis kommt aus dem Immobilienmarktbericht. Die Miete ist nach Mietspiegel 2026 zusammengesetzt: Basis 9,44 €/m², Lage 4 (+1,06), Küche (+0,43), Balkon (+0,39), Wärmeschutzverglasung (+0,38). Alle weiteren Werte sind offen genannte Annahmen und kein Angebot.
Monatlicher Cashflow vor Steuern
−532 €
Kreditrate 1.095 € pro Monat, davon Tilgung 353 € (Vermögensaufbau)
Monatlicher Cashflow nach Steuern
−359 €
−532 € vor Steuern plus 173 € Steuerersparnis im 1. Jahr, Single mit 3.000 € netto. Die Tilgung mindert die Steuer nicht.
Hinweis zur Steuer: Vereinfachtes Beispiel, keine Steuerberatung. Gerechnet ist nur das erste Jahr mit dem Einkommensteuertarif 2026 als Differenz mit und ohne Wohnung, für einen Single ohne weitere Einkünfte. Ihre Steuerwirkung weicht ab, etwa bei anderem Einkommen, Kirchensteuer, tatsächlichem Gebäudeanteil, Erhaltungsaufwand oder einmaligen Kosten wie der Grundschuldbestellung (hier nicht eingerechnet). Die Ersparnis kommt über die Steuererklärung oder einen Freibetrag beim Lohnsteuerabzug. Mit jeder Tilgung sinken die Zinsen und damit auch die Ersparnis.
Frankfurt ist das deutlichste Beispiel dafür, dass hohe Mieten nicht automatisch hohe Renditen bedeuten. Mit 3,2 % Bruttomietrendite fehlen bei 80 % Finanzierung vor Steuern rund 532 € im Monat. Nur etwa 353 € davon sind Tilgung. Die Wohnung ist also auf Wertsteigerung und Steuereffekte angewiesen. Für einen Single mit 3.000 € netto bringt die Steuer im ersten Jahr rund 173 € im Monat zurück, nach Steuern fehlen trotzdem noch rund 359 €.
Mit 40 % Eigenkapital sinkt die monatliche Zuzahlung vor Steuern auf rund 259 €, nach Steuern auf rund 143 €. Das zeigt, für wen Frankfurt passt: für Anleger mit viel Eigenkapital und langem Horizont, die Lagequalität und Wiedervermietbarkeit höher gewichten als laufenden Cashflow.
Der Stadtteil verändert die Rechnung stark. In Bonames bis Riedberg oder Höchst kostet derselbe Baujahrgang rund 3.250 €/m², im Westend 7.450 €/m². Der Lagezuschlag im Mietspiegel steigt aber nicht im gleichen Maß, er reicht nur von 0 bis 5,32 €/m². Günstigere Stadtteile bringen deshalb oft die höhere Rendite, aber auch eine schwächere Wertentwicklung.
Vereinfachte Modellrechnung mit Durchschnittswerten, Stand 04.10.2026. Keine Zusage über Kaufpreise, Mieten, Zinsen oder Wertentwicklung und keine Anlage-, Steuer- oder Finanzierungsberatung. Wie wir rechnen, steht in der Methodik.
Der Gutachterausschuss wertet Weiterverkäufe nach Grundbuchbezirken aus. Wir zeigen die Baujahre 1950–1977, die in allen Bezirken vorkommen und am häufigsten als Anlageobjekt gehandelt werden.
7.450 €/m²Bj. 1950–1977
Teuerste Lage der Stadt zwischen Bankenviertel, Universität und Palmengarten. Selbst Nachkriegsbauten kosten hier mehr als Neubau in vielen anderen Städten. Hier geht es um Werterhalt, kaum um Rendite.
5.860 €/m²Bj. 1950–1977
Beliebte innerstädtische Wohnviertel. Das Ostend ist mit der EZB und neuen Quartieren am Main stark gewachsen.
5.080 €/m²Bj. 1950–1977
Sehr heterogen: Innenstadt und Bahnhofsviertel liegen neben dem Gallus mit dem Europaviertel. Die Mikrolage entscheidet hier besonders stark.
4.660 €/m²Bj. 1950–1977
Südlich des Mains mit Museumsufer und gefragten Wohnstraßen. Sachsenhausen-Süd ist deutlich ruhiger als das Ausgehviertel am Main.
4.630 €/m²Bj. 1950–1977
Lebendiger Stadtteil mit U-Bahn-Anschluss und viel Gründerzeit- und Nachkriegsbestand.
4.560 €/m²Bj. 1950–1977
Ehemaliger Uni-Standort mit vielen kleinen Wohnungen und guter Anbindung an Messe und Innenstadt.
4.130 €/m²Bj. 1950–1977
Nördliche Wohnstadtteile, meist mit Stadtbahn erschlossen, mit großem Nachkriegsbestand.
3.830 €/m²Bj. 1950–1977
Nordwestliche Stadtteile mit S-Bahn bzw. U-Bahn. Ruhige Lagen zu deutlich niedrigeren Preisen.
3.810 €/m²Bj. 1950–1977
Südwestlich des Mains, nah an Bürostadt, Uniklinik und Flughafen.
3.440 €/m²Bj. 1950–1977
Westliche Stadtteile am Main mit günstigeren Preisen und S-Bahn-Anschluss.
3.260 €/m²Bj. 1950–1977
Historische Altstadt und Industriepark Höchst. Einer der günstigsten Bezirke, die Wohnlage wechselt dort straßenweise.
3.240 €/m²Bj. 1950–1977
Im Norden. Der Riedberg selbst besteht überwiegend aus Neubau nach 2000, der niedrige Wert betrifft den älteren Bestand im Bezirk.
Ø Wiederverkauf 2025, Baujahr 1950–1977, Quelle [1]. Die Grundbuchbezirke fassen teils mehrere Stadtteile zusammen. Für die Miete zählt nicht der Stadtteil, sondern die adressgenaue Lage-Kategorie (1 bis 10) des Mietspiegels.
Wir versprechen keine Renditen. Wir rechnen mit amtlichen Werten, nennen jede Annahme und zeigen auch, wann sich eine Wohnung nicht trägt. Die Grundlagen stehen in der Methodik.
Für Anleger mit viel Eigenkapital und langem Horizont kann sie sinnvoll sein, als Cashflow-Investment kaum. Eine 60-m²-Wohnung der Baujahre 1950–1977 kostet im Schnitt 265.000 €, bei einer Mietspiegelmiete von 11,70 €/m² sind das rund 3,2 % brutto. Bei 80 % Finanzierung fehlen vor Steuern rund 532 € im Monat, nach Steuern für einen Single mit 3.000 € netto rund 359 €. Bei 40 % Eigenkapital sind es vor Steuern noch rund 259 €. Entscheidend sind Stadtteil, Lage-Kategorie und Einkaufspreis.
Laut Immobilienmarktbericht 2026 kosteten weiterverkaufte Wohnungen der Baujahre 1950–1977 im Jahr 2025 im Schnitt 4.410 €/m², Altbauten bis 1918 6.110 €/m² und Wohnungen ab Baujahr 1991 6.150 €/m². Neubauwohnungen lagen bei 7.820 €/m². Je nach Stadtteil reicht die Spanne im gleichen Baujahrgang von 3.240 €/m² bis 7.450 €/m² im Westend.
Sie starten mit der Basis-Netto-Miete für die Wohnungsgröße, bei 60 m² sind das 9,44 €/m². Dazu addieren Sie den Zuschlag für die adressgenaue Lage-Kategorie (0 bis 5,32 €/m²) und die Zu- und Abschläge für Ausstattung und Energie. Der Mietspiegel gilt bis 31.05.2028. Die Stadt bietet einen Online-Rechner an, in den Sie die Adresse eingeben.
Im Baujahrgang 1950–1977 lagen 2025 die Bezirke Bonames bis Riedberg (3.240 €/m²), Höchst (3.260 €/m²) und Griesheim/Nied (3.440 €/m²) am unteren Ende. Günstiger heißt aber oft auch eine niedrigere Lage-Kategorie im Mietspiegel und damit eine niedrigere zulässige Miete. Rechnen Sie Preis und Miete immer für die konkrete Adresse.
In Offenbach kosteten weiterverkaufte Wohnungen der Baujahre 1950–1974 im Jahr 2023 rund 2.670 €/m², deutlich weniger als in Frankfurt. Dafür sind die Mieten niedriger, der Grundsteuer-Hebesatz ist höher (1.230 % statt 854,69 %), und die Offenbacher Preisdaten sind älter. In unseren Rechenbeispielen kommt Offenbach auf rund 4,1 %, Frankfurt auf rund 3,2 % brutto. Was besser passt, hängt von Eigenkapital und Ziel ab.
Der Hebesatz der Grundsteuer B liegt 2026 bei 854,69 %. Hessen rechnet seit 2025 mit einem Flächen-Faktor-Modell. Die Grundsteuer ist auf Mieter umlagefähig und erhöht damit die Warmmiete.
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Stand aller Angaben: 04.10.2026. Bildnachweis: Foto: Christina & Peter / Pexels, Pexels-Lizenz, auf 4:3 zugeschnitten. Diese Seite ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.